Sprachen lernt man nicht in der Schule... - Newsletterle vom 25.04.2018

... mit dieser Lebenserfahrung kann festgestellt werden, dass die Pimpfe, die zur Zeit um den Status der "Reife" kämpfen, arme Hascherln sind. Sollten sie doch in der Englisch-Prüfung eine Aufgabe lösen, deren Stellung sie nicht begriffen haben bzw. nicht begreifen konnten, weil man sie darauf nicht vorbereitet hatte. Erwartet wurde eine Sachaufgabe und nix Literarisches. Die Konstellation "Herausforderung und Bewältigung des Versagens" zeigt, was für Heulsusen heutzutage die "Reife" anstreben und wie weit die geistige Elite von derselben entfernt ist. Die Mecklenburger entschieden sich für die selbe Aufgabe und es gab nicht einmal im Ansatz Randale wie im Ländle, wo per Petition zehntausende Susen an die Öffentlichkeit gehen, nur weil die Aufgabenstellung mal eine wirkliche "Challenge" war und die Dämchen und Herrchen sich massenweise "verspekuliert" haben und jetzt womöglich eine schlechte Englisch-Note das Appretur versaut und Hartz 4 droht. Da waren die Mecklenburger wohl deutlich cleverer. Tja, wenn man die Aufgaben nicht vorher einsehen konnte, weil sich kein Panzerknacker finden ließ, der die Unterlagen vorab mal unverbindlich durchschaut, dann kann es schon Überraschungen geben. Blöd ist das. Und so kommt es jetzt wohl, dass die englische Reife in weite Ferne rückt, weil man halt doch nicht alles auswendig lernen kann. So furchtbar blöd ist das. Wie wär's, wenn die Susen mal akzeptieren würden, dass sie versagt haben und die Konsequenzen tragen, indem sie den Makel im Zeugnis akzeptieren oder das Matura wiederholen und nicht Gott und die Welt mittels peinlicher Petition auf ihr Versagen aufmerksam machen. Wiederholung bringt Routine und Entspannung, weil man sich ja nun auch dem literarischen Teil der Fremdsprache widmen und mit neuen Klassenkameraden die Hürde der Schulreife nochmal in Angriff nehmen kann. Und man kann später gleich bei zwei Abi-Jahrgängen die Klassentreffen mitmachen. Abschließend lässt sich der Eindruck nicht supprimieren, dass dieser Vorgang an Peinlichkeit nicht zu überbieten ist und zeigt, dass schulische Reife mit menschlicher Reife, nämlich dem souveränen Umgang mit Niederlagen und Fehlleistungen, nichts zu tun hat. Und wo waren denn die Eltern, die ihre flügellahme Brut ohne Rat und Tat in die Peinlichkeit dieser unsäglichen Petition ziehen ließen?

Übrigens: Der Verfasser dieser Zeilen ist wie ein Mann durch seinen ersten Reifeversuch gerasselt zusammen mit fünf anderen Luschen aus insgesamt 24 Reifeanwärtern. Trotz der exorbitant hohen Versagerquote von 25% (richtig gerechnet trotz Mathe 4!) haben die Geschädigten nicht an eine Petition gedacht, um zu proklamieren, dass die falschen Aufgaben gestellt wurden und man wegen dieser unverschuldeten Fehlleistung die volle Reife erst in einem Jahr oder vielleicht gar nicht erreichen wird. Die sechs Versager, trotz allem aufrecht und stolz, es überhaupt so weit geschafft zu haben, verneigten sich respektvoll vor den glor- und erfolgreichen 18 und feierten mit ihnen zwei Wochen lang wie zweite Sieger. Das war im Juni 1972 und ist inzwischen fast schon Fiktion. Aber es war einfach schön.... Nachdem die Live-Musik-Fans am vergangenen Samstag frei hatten und sich folglich mit Ausnahme von vier Unbeugsamen auch nicht im Club sehen ließen, nimmt CEM Nicht-Özdemir am Samstag den Faden wieder auf und präsentiert Udo H. und seine Mannen alias Midnght At Rosie's. Die spielen sich den Blues von der Seele, dass ausgelassene Stimmung im Publikum die Folge ist. Wie wir nun wissen, ist es gerade nicht die ausgelassene Stimmung, was den Blues ausmacht. Und schwermütig sehen die Jungs von MaR auch nicht aus, als dass sie sich etwas von der Seele spielen müssten. Sie variieren den Blues eben so, dass daraus ein spannendes Konzert mit guter Laune entsteht, gespeist aus der Musik und dem Leid der Baumwollpflücker zwischen New Orleans und Memphis. Die bandeigenen Werke entstanden unter der depressiven Stimmung über den modrigen Sümpfen des Rems-Murr-Deltas und dem Leid der Weinbauern über die magere Ernte, die wieder nur Saures in die Fässer brachte. Traditionelle Blues-Standards, neu arrangiert, wechseln sich ab mit aktuelleren Werken und Kompositionen der Band, die in folgender Besetzung auftritt: Winnie Schniepp (keys), Joachim Vogel (drums), Wolfgang Dising (bass), Udo Hauenstein (voc, git, harp, sax) und Willy Bernhardt (voc, git). Am Samstag, den 28.4. öffnet der Club wie immer um 21 h. Das Konzert startet ca. 21:30 h. Der Eintritt ist frei. Um einen Obolus in den Hut für die Band wird gebeten.

Das Club-Team freut sich auf euch....
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