Durchbruch bei der Magnetsofa(c)-Forschung - Newsletterle vom 29.11.2018

Liebe Musik- und Clubfreunde,

es ist ja nicht so, dass das verfluchte Magnetsofa© mit dem Club verschwinden wird. Weltweit gesehen wird es weiterhin wie eine Seuche Millionen von Gastbetrieben dahinraffen, weil die Widerstandkraft der Leute nicht groß genug ist, um dem Magnetsofa© die Stirn zu bieten und es mit einem stolz empor gestreckten Stinkefinger eiskalt links liegen zu lassen. (Warum links? Weil rechts schon die AFD am Boden liegt.) Der Club Backnang fördert deshalb schon seit Jahren ein Forschungsteam, welches die süchtig machenden Eigenschaften des Magnetsofas© erforschen und ein wirksames Gegenmittel entwickeln soll.

Es dauerte mehrere Jahre, um herauszufinden, dass es sich bei den Anziehungskräften des Magnetsofas© nicht um magnetische Wellen handelt, sondern um in sich selbst verschlungene magnetische Schlingen (wie beim Häkeln), die das vegetative Nervensystem (vNS) des potenziellen Club-Gängers (pCG) "einspinnen", wenn er auf dem Magnetsofa© liegt. Verstärkt durch die Blutleere im Großhirn infolge übermäßigem Abendessen und anschließendem Abschalten der Denkfunktionen und des eigenen Antriebs sowie dem Einschalten des Fernsehers kann sich der pCG nicht mehr vom Magnetsofa© erheben und verbringt einen Großteil seiner Freizeit in apathischer waagrechter Liegestellung, in der er Unmengen von ungesunden Knabbereien und ebensolchen Getränken zu sich nimmt. Der pCG trägt so nichts zur Evolution unserer Art bei, sondern führt den Menschen auf dem Baum der Evolution auf den dürren Ast des "Homo lethargicus", der dem Aussterben infolge Muskelschwunds und Herzschwäche anheim fallen wird. Soweit der heutige Stand der Diagnostik beim Magnetsofa©-Syndrom und die mittelfristige Prognose.

Diese Erkenntnis führte zu umfangreichen Versuchen, die Ursachen für das Magnetsofa©-Syndrom auszuschalten. Nach jahrelangen bescheidenen Fortschritten kristallisierte sich nun heraus, dass die Aussendung der Magnetschlingen durch die Beschallung des Magnetsofas© mit musikähnlichen Tonfolgen verringert wird. Allerdings nicht in dem Maße, dass dies positiven Einfluss auf die pCGs hätte. Die Forscher stellten in de Folge Versuche an, um herauszufinden, auf welche akustischen Reize das Magnetsofa© intensiv reagiert und die Aussendung der Magnetschlingen unterbleibt bzw. diese so verändert werden, dass die schädliche Wirkung auf die pCGs ausbleibt. Dabei fiel auf, dass die besten Ergebnisse erzielt wurden mit aggressiven Industrial-Sounds und groovig schunkelnden Takten sowie Pizzicati von Saiteninstrumenten. Diese Kombination brachte die Magnetschlingen dazu, sich in sich selbst verhedderten und dadurch das vNS der pCGs nicht mehr beeinträchtigt wird.

CEM-Nicht-Özdemir wurde beauftragt, eine quasi "akustische Pille" zu mixen, die den Vorgaben der Forscherteams entspricht und mit möglichst geringen Nebenwirkungen den besten Erfolg erzielt. Doch trotz bester "connections" zu den Top-Komponisten der Region konnte CEM keinen finden, der die Vorgaben auch nur annähernd umsetzen konnte. So machte er sich selbst daran und begann zu komponieren, ohne dass er Noten schreiben und lesen kann und irgendein Instrument beherrscht. Nach vielen durchgearbeiteten Nächten entstand ein Klang-Gebräu aus einem extrem scharf schneidenden, aggressiven Industrial-Riff über einem gleichmäßig durchgespielten üppigen elektronischen Rhythmusteppich als Einstieg. Im Mittelteil zunächst ein kurzes Intermezzo zweier E-Gitarren und dann ein grooviger 6/8-Takt mit funkig-geilem E-Gitarrensolo, der mit gefühlvollen Pizzicati zweier E-Gitarren ausklingt. Zum Schluss wird das markante Anfangsriff wieder aufgebaut, um sich mit einem kurzen Fortissimo und anschließendem elektronischem Decrescendo zu verabschieden (so wie gleichzeitig die Anziehungskraft des Magnetsofas© verabschieden sollte). Die Rezeptur bekam den Namen "Bye-bye Magnetic Sofa©".

Dieses Werk wurde dem Test-Magnetsofa© im Labor vorgespielt. Keinerlei Magnetschlingen waren fortan messbar; die Versuchspersonen zeigten keines der o.g. Symptome. Ganz im Gegentum: Sie strebten mit Macht außer Haus und kamen erst weit nach Mitternacht bestgelaunt und rechtschaffen müde wieder zurück. Die sich daran anschließenden monatelangen Tests im Echtbetrieb in den Wohnzimmern einiger hundert Haushalte war ein voller Erfolg. So kann folgende Dosierung empfohlen werden: Nach der Tagesschau ein- bis zwei Mal dem Magnetsofa© "Bye-bye Magnetsofa©" vorgespielt und das Magnetsofa© hat seine Anziehungskraft verloren. Der pCG wird zum CG und genießt, von der Umklammerung der Magnetschlingen, befreit den Abend im Club oder einem anderen Lokal seiner Wahl. Als einzige Nebenwirkung ist bei regelmäßiger Anwendung etwas Schwund im Geldbeutel für die Getränke in den Lokalen festzustellen, der aber vom leicht Zugewinn an Lebensqualität aufgewogen wird. Ein Beipackzettel für "Bye-bye Magnetic Sofa©" braucht es nicht. Aufpassen mit der Lautstärke bei der Wiedergabe und gut. Nun stellt sich die Frage: "Wo ist "Bye-bye Magnetic Sofa©" erhältlich und was kostet es. Es kostet außer etwas Sucharbeit nichts, denn auf der Einstiegseite von www.club-backnang.de ist ein Link eingebaut, der auf das Medikament verweist. Man kann das Medikament "Bye-bye Magnetsofa©" online streamen oder downloaden. Viel Spaß beim Suchen des Links. ;-)

Es ist beinahe tragisch, dass dieser Erfolg für den Club zu spät kommt, denn die Weichen sind gestellt für das Ende zum Jahresende. Aber der Aufwand scheint nicht vergebens, denn dieser Durchbruch könnte allen Backnanger Lokalen in gleicher Weise nützen.

In der Hoffnung, viele Magnetsofas© vor den Häusern stehen zu sehen, die für die Sperrmüllabholung bereit gestellt wurden.....

Immer zu Diensten....

Das Magnetic Sofa© Research Center
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